Kaum einer möchte im Alter sein Zuhause verlassen – zu viele schöne Erinnerungen sind damit verbunden. So war es auch 74 Prozent aller Teilnehmer einer Online-Umfrage der Deutschen Seniorenliga wichtig, in Zukunft zu Hause wohnen zu können.

Damit das möglich ist, sollte man heute schon an morgen denken – und Treppen, Badezimmer, Küche und Co. rechtzeitig altersgerecht gestalten. Hilfreich kann beispielsweise sein, wenn man sich in der Küche weniger bücken muss, gutes Licht im Flur und ausreichend Platz im Bad vorhanden ist und Stolperfallen wie kleine Hocker oder rutschige Teppiche entfernt werden.

Bad

  • Idealerweise haben die Knie einen Winkeln von 90 Grad, wenn Sie auf dem WC sitzen. Meist ist die Toilette zu niedrig, daher ist eine Sitzerhöhung eine einfache Lösung. Lassen Sie das WC höher montieren, fällt auch das Putzen leichter.
  • 120 x 120 cm sollte die Dusche groß sein, besser sind sogar 150 x 150 cm. Noch wichtiger: Sie sollte keine Schwelle haben, sondern bodengleichen Einstieg ermöglichen. Griffe an der Wand, rutschhemmende Fliesen und Anti-Rutschstreifen geben Halt und Sicherheit.
  • Wenn Sie den Unterschrank des Waschbeckens entfernen, können Sie beim Zähneputzen sitzen. Das ist nicht nur für Rollstuhlfahrer praktisch.
  • Mit einer ausziehbaren Brause als Wasserhahn lassen sich die Haare bequem am Becken waschen.

Küche

  • Backofen, Kühlschrank und Geschirrspüler sollten hoch genug eingebaut sein, damit man sich nicht ständig bücken muss. Der Abstand zwischen angewinkeltem Ellenbogen und Arbeitsplatte beträgt idealerweise 10 – 15 cm.
  • Ofen und Spülmaschine können Sie langfristig gegen kleinere Modelle tauschen.
  • Rüsten Sie Ihren Herd mit einer Abschaltautomatik nach oder schaffen Sie sich ein entsprechendes Modell an. Die Automatik gibt ein Warnsignal ab oder unterbricht die Stromzufuhr, wenn vergessen wurde, den Herd auszuschalten.
  • Alle Tische und Stühle müssen so stabil sein, dass Sie Ihnen im Notfall als Stütze dienen. Wacklige Möbel aussortieren!

Den Führerschein abgeben?

Nicht nur unsere Wohn-Bedürfnisse ändern sich im Alter. Irgendwann kommt für viele auch der Moment, sich zu fragen: „Bin ich noch fit genug für den Straßenverkehr?“. Irmgard und Werner erging es auch so – und sie haben eine mutige Entscheidung getroffen, über die sie in der neuen Frau im Leben eindrucksvoll erzählen.
Die Ausgabe 9/21 gibt es ab 4. August am Kiosk oder hier im Online-Shop!

Für den altersgerechten Umbau gibt es Hilfe von vielen Beratungsstellen und Zuschüsse vom Staat.

Hier finden Sie Infos

  • Beratungsstelle der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Wohnungsanpassung e.V. unter www.bag-wohnungsanpassung.de
  • Kostenlose Onlineberatung des Vereins „Barrierefrei Leben“ unter www.online-wohn-beratung.de
  • Umfangreiches Portal mit Experten-Datenbank und Adressen unter nullbariere.de
  • Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW): Die KfW gewährt Förderkredite bis 50.000 Euro und bezuschusst Umbau-Maßnahmen mit bis zu 6.250 Euro (Achtung: Vor dem Umbau beantragen!). Die Leistungen stehen Ihnen auch zu, wenn Sie umgebauten Wohnraum kaufen möchten. Kontakt: www.kfw.de oder kostenfrei unter 0800 539 90 02.