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Ratgeber Garten

Orchideen – Die Exoten unter den Zimmerpflanzen

Ihre zauberhaften Blüten wirken fragil und wie aus einer anderen Welt. Die Exoten unter den Zimmerpflanzen sind jedoch pflegeleichter als man denkt: Wer einige simple Regeln beachtet, hat lange Freude an den Pflanzen.

Old Man Stocker/©shutterstock
Old Man Stocker/©shutterstock

Orchideen Sorten

Am beliebtesten sind hierzulande die zahlreichen Phalaenospis-Sorten, auch Schmetterlingsorchideen genannt. Diese kann man in jedem Garten-Fachgeschäft oder Gartenmarkt kaufen, es gibt sie in unzähligen Blütenfarben.

Einsteigern empfiehlt Johann-Christian Wichmann, Seniorchef des Orchideen-Zentrums Wichmann in Celle, außerdem die folgenden Gattungen: Paphiopedilum, Cambria, Odontoglossum, Dendrobium und Miltonia.

Der beste Standort für Orchideen

Am wohlsten fühlen sich Orchideen an einem Ostfenster. Volle Sonne vertragen die meisten Sorten nicht, da sie auch an ihrem natürlichen Standort im Regenwald im Schatten der Bäume als Aufsitzerpflanzen wachsen. Trockene Heizungsluft sollte man vermeiden, idealerweise beträgt die Luftfeuchtigkeit etwa 60 Prozent.

Alternativ die Orchideen mehrmals pro Woche besprühen oder Verdunstungsschalen aufstellen. Die ideale Raumtemperatur bewegt sich tagsüber zwischen 19 und 25 Grad Celsius, in der Nacht sinkt sie nicht unter 15 Grad Celsius.

So gießen Sie Orchideen

Orchideen gießt man am besten einmal pro Woche: Dazu taucht man den Topf in Wasser und lässt die überschüssige Flüssigkeit ablaufen. Oder man gießt von oben und entfernt das auf den Untersetzer gelaufene Wasser sofort. Denn Orchideen tolerieren Staunässe keinesfalls, dann faulen ihre Wurzeln und die Pflanze stirbt ab. Das Gießwasser sollte am besten zimmerwarm, kalkarm und abgestanden sein.

Ein Wort zu Blüte und Schnitt

Wer Blüten will, muss schneiden: Ist die letzte Blüte von der Rispe abgefallen, wird ein Rückschnitt bis zum dritten oder vierten Auge empfohlen. Das regt die Bildung neuer Rispen an, weiß Stefan Reisch, Orchideen-Experte von der Blumeninsel Mainau. Wenn diese dann auch verblüht sind, empfiehlt er, den Stiel ganz zu kappen, um der Pflanze eine Pause zu gönnen. Der Pflanze also pro Stiel am besten nur zwei Blüh-Zyklen zumuten.

Noch ein Tipp für mehr Blüten: Wer seine Schmetterlingsorchidee einige Wochen etwas kühler stellt, fördert den Austrieb neuer Rispen.

Orchideen düngen

Regelmäßiges Düngen wird etwa alle 4-6 Wochen während der Vegetationsperiode empfohlen. Dazu unbedingt speziellen Orchideen-Flüssigdünger verwenden, denn die Salze in Standard-Blumendünger schaden einer Orchidee.

Wer es bequemer mag, verwendet Langzeit-Düngerstäbchen für Orchideen, die über drei Monate ihre Nährstoffe direkt im Pflanztopf abgeben.

So funktioniert es mit Ablegern und dem Umtopfen

Freude über Nachwuchs ist ein guter Anlass umzutopfen: Orchideen bilden entweder Ableger, sogenannte „Kindel“ (z.B. bei Schmetterlingsorchidee) oder Bulben oder Triebe, die über Wurzelrhizome verbunden sind (z.B. bei Vanda-Orchideen). Im ersten Fall die Kindel erst mit einem scharfen, desinfizierten Messer trennen, wenn sie mindesten zwei Laubblätter und drei Luftwurzeln haben. Der Schnitt sollte etwa einen Zentimeter unterhalb des Ablegers ansetzen. Im zweiten Fall abwarten, bis die Pflanze über zwei bis drei neue Bulben verfügt – erst dann ist sie separat lebensfähig. Die Mutterpflanze zur Vorbereitung zwei Tage zuvor durchdringend gießen. Dann vorsichtig aus dem Topf lösen, um die Wurzeln nicht zu beschädigen. Das alte Substrat entfernen und das Wurzelgeflecht behutsam auseinanderziehen, dabei die Teilungsstellen freilegen. Die neue Pflanze mit einem scharfen, desinfizierten Messer abtrennen. Keine Gartenschere verwenden, da diese Quetschungen verursacht. Die Schnittwunden mit Holzkohlepulver bestäuben.

Die jungen Pflänzchen gibt man anschließend in einen sauberen Topf mit frischem Orchideensubstrat. Da Orchideen auch in ihrer Heimat ohne Erde auf Bäumen wachsen, vertragen sie keine normale Blumenerde. Das Substrat sorgt zudem durch seine großen Zwischenräume für eine gute Belüftung der Wurzeln. Es gibt für Orchideen spezielle transparente Töpfe, die wie der Orchitop (www.orchitop.de) mit feinen Stäben ausgestattet sind. Auch für die Mutterpflanze ist die Teilung ein guter Anlass, den Topf gründlich zu reinigen und das alte Substrat durch neues zu ersetzen. Während der Bewurzelung die Pflänzchen nur wenig gießen und nicht düngen. Manchmal muss man ein wenig Geduld mitbringen, bis die Orchideen nach einigen Monaten oder manchmal auch Jahren blühen. Aber der Zauber ihrer Blütenpracht lohnt es immer.

 

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