In der freien Natur zur Ruhe kommen und unsere einzigartige Vogelwelt näher kennenlernen. Wer zum Vogelbeobachter werden will, der findet hier Tipps.

Mit unseren Tipps und etwas Geduld können Sie zum Vogelexperten werden.

So gelingt der Einstieg in ein wunderbares Hobby

  • Starten Sie mit einem guten Vogelbestimmungsbuch – etwa „Was fliegt denn da?“ (von Peter Barthel, Kosmos Verlag, 14 Euro).
  • Reinhören. Wer spricht hier welche Sprache? Hören Sie in der Küche oder im Auto öfter mal eine CD mit Vogelgesängen (etwa „Vogelstimmen erkennen“ von Andreas Schulze, BLV, 12 Euro). Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat online 29 Vogelstimmen zum Anhören aufgelistet – hier klicken.
  • Beobachtungsplatz suchen. Ob Balkon, Terrasse, Parkbank oder freie Wildbahn – halten Sie über die nächsten vier Jahreszeiten an diesem Platz fest. So können Sie am besten das saisonale Vogelverhalten (Partnersuche, Nistplatz, Brut, etc.) erkunden.
  • Notizen machen. Halten Sie schriftlich fest, wo und zu welcher Zeit Sie welche Vogelart gesichtet haben. Was hat das Tier gemacht, woher kam es, wohin ist es geflogen? So bekommen Sie schon bald ein Gefühl für die Besonderheiten der einzelnen Arten. Buch-Tipp: „Für den Vogelbeobachter“ (von Kosmos, 14,99 Euro) ist ein schön gestaltetes Notizbuch mit vielen Infos.
  • Fernglas einpacken. Ein Exemplar mit achtfacher Vergrößerung und einem Objektiv-Durchmesser von 30 bis 40 mm ist noch handlich und reicht für den Einstieg.
  • Warm einpacken. Wer unbequem sitzt, nass wird oder friert, verliert schnell die Lust. Warme Kleidung (dicke Socken! Mütze! Handschuhe!) anziehen, die möglichst nicht raschelt. An ein gemütliches, nach unten isolierendes Sitzkissen denken.
  • Geduld haben. Vogelbeobachtung ist nichts für Leute, die schnelle Erfolge brauchen. Wer aber gerne in der Natur ist und schon das Sitzen und Gucken meditativ genießt, könnte hier ein beglückendes Hobby finden – bis irgendwann die Vogelwelt vor dem Fenster aus lauter alten Bekannten besteht.

Ornithologe auf Zeit

Ehrenamtlich zählt Christoph Bornholdt auf der Ostsee-Insel Fehmarn Vögel und dokumentiert ihr Brutverhalten für den NABU. Für angehende Vogelbeobachter hat er praktische Tipps:

    • Erst mit einem guten Fernglas (mindestens zehnfache Vergrößerung) macht die Beobachtung über größere Entfernungen richtig Spaß.
    • Noch besser: ein Fernrohr mit 30-facher Vergrößerung auf einem Stativ.
    • Ein Bestimmungsbuch mit guten Fotos und einer genauen Beschreibung der Vögel ist hilfreich.
    • Unbedingt warmes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung wählen.
    • Lange Hosen und Gummistiefel sind der beste Schutz gegen Zecken.

Vogelstimmen lauschen: nichts für Langschläfer

    • Vögel singen fast nur zur Brutzeit.
    Von Ende April bis Anfang Juni kann man besonders viele Arten gleichzeitig hören.
    • Meist singen die Männchen, um ihre Reviere abzustecken und Weibchen anzulocken.
    • Fast alle Vogelarten singen früh am Morgen am intensivsten.
    Jede Vogelart startet zu einem anderen Zeitpunkt.
    • Fast alle beginnen vor Sonnenaufgang zu singen. Die ersten bereits, wenn es noch fast dunkel ist.
    • Vögel im Osten sind wegen des früheren Sonnenaufgangs immer zeitiger dran als im Westen.

Sie wollen herausfinden, welche Tiere am Morgen so wunderbar zwitschern? Hier gibt es 29 Vogelstimmen zum Anhören, von A wie Amsel bis Z wie Zilpzalp.

Hinschauen und zuhören

Damit Sie Rotkehlchen, Blaumeise oder Stieglitz auch erkennen, finden Sie hier unsere Tabelle