Nicht jeder mag sich in gleicher Intensität sorgen oder sich um das Gleiche ängstigen, doch diesmal geht es uns tatsächlich alle an.

Eines sollte man dabei nicht vergessen: Angst zu haben ist nicht nur normal, es ist in einer Zeit wie der jetzigen im wahrsten Sinne des Wortes überlebenswichtig: Unsere Angst brauchen wir. 

Sie hilft uns, Gefahren als solche zu erkennen und verantwortungsbewusst und vorsichtig zu handeln.

Furcht sollte uns jedoch nicht zum Opfer unserer Gefühle machen. Etwas, dem wir hilflos ausgeliefert sind. Denn das sind wir nicht.

Was uns hingegen in solchen Momenten konkret helfen kann – auch an Weihnachten [1]:

Hilfreiche und gute Gedanken in Zeiten von Corona

  • Informieren Sie sich bei glaubwürdigen Quellen über den Status Quo – eine Auswahl an seriösen Behörden und Nachrichtenseiten haben wir Ihnen hier zusammengeschrieben – und lassen Sie sich darüber hinaus nicht verrückt von dubiosen Falschmeldungen und Horrorszenarien machen.
  • Befolgen Sie die Verhaltens- und Hygiene-Vorschriftenhier finden Sie Informationen, was insbesondere für Menschen über 60 gilt. Dann lassen Sie Ihre Ängste gehen: Sie haben alles getan, was Sie können.
  • Rufen Sie sich immer wieder folgendes ins Bewusstsein: Sie sind nicht Ihre Gedanken und Gefühle. Sie haben Gedanken und Gefühle, die Sie bewusst kommen und gehen lassen können. Steigt Angst in Ihnen hoch, dann lassen Sie diese da sein. Lernen Sie sie auszuhalten und sagen Sie sich, dass es vollkommen normal ist, momentan Angst zu fühlen und dann sagen Sie sich auch, dass Sie bestmöglich handeln und gehandelt haben und lassen Sie die Angst wieder ziehen.
  • Praktizieren Sie einfache Dankbarkeitsübungen wie diese: Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit, atmen Sie tief ein und aus. Sitzen Sie gerade, Brust raus, Schultern nach unten und schließen Sie die Augen. Denken Sie an all das, wofür Sie gerade dankbar sind. Laden Sie Ihre Batterien richtig damit auf. Für was sind Sie dankbar in Ihrer Vergangenheit? Für was im Moment? Und was können Sie in der Zukunft kaum erwarten? Baden Sie in dem Gefühl und wiederholen Sie diese Übung am besten täglich.

Auch das hilft

  • Kopf und Hände in Bewegung halten. Es hilft, wenn man sich etwas Sinnvollem widmen und ins Handeln kommen kann. Auch Ablenkung wirkt wahre Wunder. In unserem Downloadbereich finden Sie deshalb viele Anregungen, beispielsweise zu den Themen Handarbeiten, Fitness und Kochen.
  • Anderen helfen und Ihnen Gutes tun. Vielleicht freut sich der oder die Nachbarin über ein selbst gekochtes Essen oder die beste Freundin über einen handgeschriebenen Brief?

Da wird geholfen

Für alle, die derzeit durch das Alleinsein verstärkt mit Ängsten, Einsamkeit oder Traurigkeit zu kämpfen haben – hier gibt es außerdem Hilfe, an die Sie sich konkret wenden können:

  • Telefon-Seelsorge: 0800 / 111 0 111 oder 0800 / 111 0 222
  • Seniorentelefon gegen Einsamkeit: 0800 / 47 08 090
  • Senioren-Initiative „Digital dabei!“ von mobilcom-debitel, die Unterstützung bieten bei Fragen rund um den digitalen Alltag, speziell für die Generation 65+: 040 51306 666
  • Opferhilfe Weißer Ring: 116 006
  • Nummer gegen Kummer: 116 111
  • Sucht- und Drogen-Hotline: 01805 / 313 031
  • Muslimische Seelsorge: 030 / 44 35 09 821
  • Helios Kliniken Gruppe bei Fragen rund um das Sars-CoV-2-Virus: 0800 / 8 123 456
  • Telefon-Hotline der Chiemseer Fachklinik für Psychosomatik: 08051 / 96 15 2000
  • diabetesDE Sorgentelefon: 030 / 2016 77 33
  • Johanniter Zuhör-Telefon: 0800 / 0 300 700
  • Demenz Podcast-Sonderfolge „Coronavirus und Demenz
  • Kostenfreie Telefonsprechstunde von compass private pflegeberatung speziell für pflegende Angehörige: 0800 / 101 88 99
  • Weitere Infos zum Thema „Psychische Gesundheit in der Coronazeit“ gibt es außerdem hier beim Infektionsschutz

[1]

Weihnachten trotz Corona – Tipps für eine gesunde Festzeit

Die Weihnachtszeit rückt näher und gemeinsam mit den steigenden Fallzahlen auch die Besorgnis, wie das diesjährige Weihnachtsfest und die vorangehende Adventszeit wohl ausfallen mögen. Sicher hängt das stark mit der Corona-Situation im Dezember ab, doch wir selbst haben es in der Hand, wie wir mit den Gegebenheiten umgehen. Ein paar Anregungen:

Alles in Maßen

Anstelle von „zu viel“ ist dieses Jahr ein maßvoller Umgang – vor allem auch beim Essen – die Chance auf ein wirklich besinnliches Weihnachten. Anstelle von zehn Adventsfeiern und etlichen Familienbesuchen, untermalt von zu viel opulentem Essen und Geschenkestress, bietet es sich dieses Jahr an, wirklich innezuhalten und in sich zu gehen. Muss es von allem immer so viel sein? Ist ein Übermaß an Keksen und fettigen Speisen dieses Jahr wirklich nötig oder kann man dieses Jahr mit gesünderen Plätzchen und einem weniger opulenten Festmahl eine neue Tradition einführen?

Weihnachtlichen Trubel meiden

Einem speziellen „Traditionsbruch“ könnte der eine oder andere durchaus etwas abgewinnen: Große Weihnachtsparties und vielleicht sogar die geliebten Christkindlmärkte müssen dieses Jahr aller Voraussicht nach aussetzen. Doch so leicht lassen wir uns nicht unterkriegen: Aus Orangenschalen, Zimtstangen und Vanilleessenz ist schnell ein simmernder Weihnachtsduft gezaubert und mit Kerzen und Lichterketten sowie Plätzchen und heißem Tee oder Punsch ist schnell für das Adventsgefühl zu Hause gesorgt.

Noch ein Tipp: Wenn möglich, erledigen Sie Ihre Weihnachtseinkäufe noch vor dem großen Andrang im Dezember – und am besten natürlich nicht zu den Stoßzeiten. So umgehen Sie Schniefnasen und Co. am besten – und auch die Abstandsregeln lassen sich besser einhalten.

Feiern mit den Liebsten

Es zeichnet sich immer mehr ab, dass große Familienfeiern im Jahr 2020 nicht möglich sein werden. Ebenso wird während den Wintermonaten von großen Reisen abgeraten. Am besten plant man also schon jetzt, so gut es eben geht, wie die Festtage aussehen sollen: Nutzen Sie die Zeit, um in diesem Jahr im engsten Familienkreis zu feiern. Und wenn möglich, die einzelnen Besuche um 5-10 Tage zu entzerren, um das Infektionsrisiko zu minimieren.

Falls jemand aus der Familie an den Feiertagen Corona-bedingt zu Hause bleibt, kann man auch erfinderisch werden und sich beispielsweise virtuell zum Festessen oder zum Geschenke auspacken „treffen“. Schon vorab kann man außerdem auf digitalem Weg gemeinsam die Kerzen am Adventskranz anzünden oder sich mit den Enkeln zum Adventskalender-Türchen öffnen verabreden.

Bewegung an der frischen Luft

Ein Weihnachtsspaziergang gehört noch nicht zu Ihren (Familien-)Traditionen?

Dann ist es dieses Jahr vielleicht Zeit. Schön eingepackt in warme Jacken, Mützen und Schals tun wir nicht nur dem Kreislauf und Immunsystem etwas Gutes, sondern auch der Laune. Oder ist ein schöner Spaziergang an der winterlichen Luft mit all den hell erleuchteten Weihnachtsbeleuchtungen im Zweifel nicht schöner, als ein hektisches Auf und Ab in den Innenstädten? Besonders, wenn am Ende zuhause ein paar Mandarinen, Nüsse und ein heißer Kakao oder Tee auf einen warten.

Das hilft außerdem, um dem Immunsystem gerade im Winter und während Corona auf die Sprünge zu helfen.