Frauen wirken im Alter oft vitaler, jugendlicher. Männer eher wie die Rentner, die sie sind. Ticken ihre Uhren anders? Wie kann ein aktives, gemeinsames Leben gelingen?

Altern Männer früher, schneller – oder einfach anders? Welche Erkenntnisse es aktuell in der Hirnforschung gibt.

Früher war Georg (63) zupackend und praktisch, jetzt ist er umständlich. Auf Silvia (63) wirkt Georg immer häufiger wie ein alter Mann. Obwohl er ein paar Monate jünger ist als sie. Er bewegt sich wenig, ist oft lustlos. „Manchmal würde ich ihn am liebsten schütteln“, schimpft Silvia. „Ich verstehe nicht, was los ist.“ Für Georg liegt das auf der Hand: „Ich habe mich mein Leben lang mit Herausforderungen herumgeschlagen, jetzt will ich endlich ankommen“, sagt er. Silvia versteht das – bis zu einem gewissen Grad: „Er hat lang und hart gearbeitet. Aber ich doch auch.“

„Frauen bauen langsamer ab

Mit der Frage, ob Männer früher und schneller altern als Frauen beschäftigt sich auch die Hirnforschung. „Wer die geistige Aktivität von Männern und Frauen über einen längeren Zeitraum vergleicht, stellt fest, dass Frauen geistig tatsächlich etwas langsamer abbauen als Männer“, weiß der Biochemiker und Neurowissenschaftler Dr. Henning Beck.

Auch ihre Leistungsfähigkeit lässt weniger schnell nach, der Unterschied beträgt im Schnitt etwa drei Jahre. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher der Washington University School of Medicine in St. Louis, die Hirnscans von Frauen und Männern zwischen 29 und 69 Jahren untersuchten und sahen, dass die Gehirne von Frauen etwas langsamer altern. Woran das liegt, weiß man aber noch nicht genau.

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