In unserer Ausgabe 12/20 haben wir uns nicht nur mit Paar- und Sexualtherapeuten über deren Praxiserfahrung unterhalten. Es kommen auch Paare zu Wort, die erzählen, wie sie ihren neuen Lebensabschnitt nach dem Auszug der Kinder gestaltet haben.

Die Ausgabe 12/20 ist ab 4.11.20 im Handel oder hier online erhältlich.

Auch für Eltern beginnt ein neuer Lebensabschnitt

Dass einmal der Tag kommen wird, an dem die Kinder aus dem Haus sind, ist den meisten Eltern bewusst. Und doch ist es immer ein einschneidendes Erlebnis – und ein neuer Lebensabschnitt beginnt nie nur für den Nachwuchs, sondern auch für Mutter und Vater. Ruhiger geht es auf einmal zu. Die Wohnung ist aufgeräumter, Zeit und Geld sind vielleicht wieder mehr vorhanden. Mit dem Auszug der Kinder tut sich auf einmal ein Raum auf, in dem Mann und Frau erst einmal neu definieren müssen, wie sie diesen füllen möchten.

Die Beziehung wird auf ihre Beständigkeit hin getestet. Zum einen, weil man vielleicht feststellt, dass man sich als Ehepaar entfremdet hat. Zum anderen, weil mit dem Wegfall einiger Pflichten – gerade für Mütter – auch die Zeit kommt, Bilanz zu ziehen. Ziele, Wünsche und Träume werden neu definiert oder wollen nun endlich realisiert werden. Eine Zeit der Veränderungen und damit auch Verunsicherungen steht an.

Doch Therapeuten sind sich einig, dass auch die Liebe zum eigenen Partner neu gelernt und wiederentdeckt werden kann.

Drei Wege für Paare

Am besten gelingt dies in einer liebevollen Balance aus drei Wegen: meinem, deinem und unserem.

Nutzen Sie die freie Zeit und nehmen Sie alte Hobbies wieder auf – oder probieren neue aus. Treffen Sie sich alleine mit Freunden und schaffen Sie Erlebnisse, von denen Sie am Ende des Tages Ihrem Partner berichten können.

Gestehen Sie auch Ihrem Partner diese Freiräume zu – und ermuntern Sie ihn vielleicht bei Bedarf zu eigenen Hobbies.

Nicht zuletzt macht es großen Spaß, gemeinsame Ziele zu verfolgen. Planen Sie einen gemeinsamen Urlaub, schaffen Sie sich lieb gewonnene Rituale wie einen allabendlichen Spaziergang und widmen Sie sich gemeinsam dem Balance-Akt aus Nähe und Distanz.

Was außerdem hilft:

  • Immer im Gespräch bleiben: Sprechen Sie Gefühle und Bedürfnisse an; Ihre eigenen und die Ihres Partners
  • Anklagen vermeiden: Besser ist es, eigene Wünsche zu äußern („Ich würde mir wünschen, dass…“)
  • An Problemen wachsen: Seien Sie offen für neue Perspektiven
  • Eine Frage des Fokus: Sind Sie vielleicht gerade auf der Suche nach der „Superlösung“ und verlieren dabei die Wertschätzung, für das, was Sie als Paar gemeinsam (erreicht) haben, aus den Augen?
  • Gut miteinander reden will gelernt sein: Wenn es doch mal kriselt, kann auch eine Therapie helfen