Das Gehirn – unser Beziehungsorgan

Menschen, die uns in der Jugend wichtig waren, verändern unser Gehirn für immer. Es sind also gerade die Erfahrungen der Kindheit und Jugend, die unsere Art, Beziehungen zu leben, ganz besonders prägen. Denn das Gehirn ist unser Beziehungsorgan. Es bildet sich in unserer Kindheit besonders aus; und erfährt in der Pubertät einen weiteren entscheidenden Entwicklungsschub.

Deshalb beeinflussen die Menschen, mit denen wir jene turbulenten Zeiten verbringen, nicht nur unseren Geschmack (welche Musik und welche Mode uns gefallen), sondern auch unser Selbstbewusstsein und wie wir Beziehungen leben. Jugendfreunde beeinflussen uns oft stärker, als Menschen, denen wir später begegnen. 

Treffen wir deshalb einen Freund (oder gar die erste Liebe) nach Jahrzehnten wieder oder verlieren wir einen Teil aus unserer Kindheit, berührt uns dies oft besonders stark.

Vom Wiederfinden – und loslassen

Geschichten vom Suchen und Finden haben oft etwas Magisches an sich – fast so, als würde uns jemand ein Zeichen geben. Uns es gibt sie ja, diese schier unmöglichen Happy Ends – das Finden der Nadel im Heuhafen, wenn beispielsweise der verlorene Ehering nach mehreren Jahren wiederentdeckt wird.

Doch lohnt sich eine Schatzsuche immer? Ja, sagt unsere Expertin im Interview (nachzulesen in unserer Ausgabe 1/21). Denn persönliche Schätze, wie der Ehering, ein Erbstück oder Talisman sind emotional aufgeladen – und vielleicht entsteht gerade durch diese Suche eine neue Geschichte, die die alte ersetzen kann.

Ob man das verloren Gegangene nun findet oder nicht, wichtig ist es, sich zu erlauben zu trauern und den Schreck über das Verlorene zu fühlen. Wut, Einsamkeit oder Schmerz – all das darf da sein. Auch wenn es irrational erscheint, dass man als Erwachsener seinem Teddybären aus Kindheitstagen nachtrauert. Denn erst, wenn man den Gefühlen Raum gibt, kann man sie auch ziehen lassen. Nicht, um sie zu ersetzen, sondern um Platz machen – für neue Geschichten, Menschen und Erinnerungsstücke.

Noch mehr Happy Ends

Wie sich Herbert und Iris nach 40 Jahren wiederfanden und heirateten, wie der geliebte Kater nach 19 Tagen wieder bei Familie Schmid ankam und wer sich nach 20 Jahren noch über Flaschenpost freute, das können Sie in unserer Ausgabe 1/21 nachlesen. Viele wunderschöne, ans Herz gehende Geschichten über das Glück des Wiederfindens.