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Ratgeber Handarbeit

Stoffmaske selbst machen und richtig tragen

Eine Stoffmaske ist schnell genäht. Wie das geht, wie man eine Mund-Nasen-Maske richtig trägt und was Brillenträger und Asthmatiker beachten sollten:

©Pixabay/ congerdesign
©Pixabay/ congerdesign

Aktuell ist in allen Bundesländern das Tragen einer Mund-Nasen-Maske Pflicht, in der Regel beim Einkaufen und im öffentlichen Personen-Nahverkehr. Einige Länder verpflichten ihre Bürger aber grundsätzlich zum Tragen einer Maske in der Öffentlichkeit (Stand 30.4.2020). Vor allem geht es darum, andere Menschen vor einer – unwissentlichen – Ansteckung zu schützen.

Was also tun, wenn man sich und andere schützen möchte? Medizinische Atemmasken werden weiterhin in Kliniken, Alten- und Pflegeheimen und etwa bei Rettungsdiensten dringend gebraucht. Deshalb bietet es sich an, eine Maske selbst zu nähen oder zu basteln. Diese sogenannten Alltagsmaksen (wie Bundeskanzlerin Merkel sie nennt) sind zwar nicht mit einem medizinischen Produkt vergleichbar, reichen aber für den Einkauf oder die Fahrt mit der Straßenbahn aus, wenn dabei die Abstansregeln weiter eingehalten werden!

Stoffmaske zum selber nähen

Für eine selbst genähte Stoffmaske eignen sich besonders gut kochfeste Baumwollstoffe wie Geschirrtücher, alte T-Shirts oder Hemden, Bettlaken oder Molton-Tücher. Ist das Ein- und Ausatmen ohne größeren Widerstand möglich, wenn Sie sich den Stoff zweilagig dicht vor Mund und Nase halten, können Sie das Material verwenden.  Befestigt wird die Maske mit einem Gummiband oder Binde-Bändern. Zur Stabilisierung der oberen und unteren Kante wird ein biegsamer Draht eingenäht.

Die genaue Anleitung können Sie sich zum Beispiel hier herunterladen: Abdeckung für Mund und Nase selber nähen

Maske ohne Nähen

Was ist, wenn ich nicht nähen kann oder möchte? Die Not macht bekanntlich erfinderisch und online kann man derzeit viele anregende und einfache Anleitungen entdecken.

Maske richtig tragen

  • Generell gilt: Das Atmen durch eine Schutzmaske ist Gewöhnungssache. Wenn die Maske gut sitzt, vergisst man normalerweise nach ein paar Minuten, dass man sie überhaupt trägt. Bei einer selbst geschneiderten Maske ist es deshalb wichtig, die Durchlässigkeit des Tuchs vor dem Nähen zu testen. Spürt man einen stärkeren Atemwiderstand, sollte man einen anderen Stoff verwenden.
  • Wird die Maske durch Atmen, Husten oder Niesten feucht, rät der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité dazu sie zu sterilisieren. Das funktioniert bei einigen Stoffen (z. B. Zellulose) sogar bei 70 Grad im Backofen. Bei so hohen Temperaturen sterben Viren auf jeden Fall ab. Stoffmasken lassen sich natürlich auch waschen, am besten bei 60 Grad. Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland UPD empfiehlt – entsprechend den Empfehlungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung – das Waschen (bei 60 bis 95 Grad) in einer Waschmaschine. Auch heißes Bügeln ist bei Baumwollstoffen möglich, wenn die Maske vorher getrocknet wurde.
  • Für Brillenträger ratsam: Damit die Gläser nicht beim Ausatmen beschlagen, entweder das obere Viertel der Maske nach innen falten, oder ein Taschentuch auf den oberen Teil der Maske unter der Nase legen. Wichtig ist, dass die Maske weiter eng anliegt.
  • Wichtig beim Umgang mit einer Alltagsmaske: zum Anlegen und Absetzen am besten nur an den Bändern anfassen, anschließend gründlich Hände waschen.

Bei bereits bestehenden chronischen Atemwegserkrankungen wird das Tragen einer Maske nicht empfohlen, da dies das Atmen erschweren kann – so die Empfehlung von James Chalmers, Vorsitzender der Gruppe für Atemwegsinfektionen der European Respiratory Society (ERS).

Wenn Sie eine Lungenerkrankung haben und sich Sorgen machen, an COVID-19 zu erkranken, besprechen Sie dies mit Ihrem behandelnden Arzt. In einigen Bundesländern gibt es die Möglichkeit, sich durch ein ärztliches Attest von der Maskenpflicht befreien zu lassen.

Für Menschen mit Asthma oder einer anderen Lungenerkrankung ist laut Experten Chalmers besonders wichtig:

  • Berühren Sie Mund, Nase oder Augen nicht mit ungewaschenen Händen.
  • Vermeiden Sie den Kontakt mit erkrankten Menschen
  • Waschen Sie Ihre Hände gründlich, nachdem Sie möglicherweise kontaminierte Oberflächen berührt haben.

Weitere nützliche Informationen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte finden Sie hier: www.bfarm.de

 

Letzte Version vom 10. August 2020

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