Wie kommt es zu dünnem Haar?

Ob man in der Jugend eine echte Wallemähne hatte oder schon immer zu dünnem Haar neigte – gerade in den Wechseljahren klagen Frauen verstärkt über lichter werdendes Haar. Schuld daran ist der sinkende Östrogenspiegel, der das Gleichgewicht des Hormonhaushalts gehörig durcheinanderbringen kann.

Heute geht man davon aus, dass mit zunehmendem Alter männliche Hormone wie Testosteron und DHEA im Körper zu DHT (Dehydroepiandrosteron) umgewandelt werden. Was kompliziert klingt, ist einfach erklärt: Dieser Vorgang hat Einfluss darauf, dass manche Frauen mit zunehmenden Alter an Oberlippe, Kinn und anderen Körperstellen vermehrten Haarwuchs aufweisen. Leider gilt dies nicht für die Kopfbehaarung. Sie kennen es von den Männern: Diejenigen Herren mit einem besonders großen Anteil an Testosteron besitzen oft lichtes Haupthaar, dafür jedoch eine dichte Körper- und Bartbehaarung.

So verleihen Sie Ihrem Haar mehr Volumen

1) Auf die Pflege kommt es an

Mit sehr feinem Haar sollte pfleglich umgegangen werden, aggressive Shampoos und eine fehlerhafte Anwendung können viel kaputt machen und auch den schönsten Schnitt verderben.

Spezielle Volumenshampoos schaffen Abhilfe. Diese sollten Sie mit Bedacht dosieren – ein walnussgroßer Klecks genügt völlig. Auch die Haarspülung sollte lediglich in die Spitzen gegeben werden, denn die enthaltenen Weichmacher lassen die Haare am Ansatz besonders schwer und rasch fettig werden. Apropos fettig: Wer nicht täglich waschen möchte und/ oder Volumen ins Haar zaubern möchte, der könnte diesen Effekt rasch mit Trockenshampoo erzielen. Einfach mit etwas Abstand in die Ansätze geben und mit den Fingern sanft einmassieren. Das hat den netten Nebeneffekt, dass eine tägliche Massage die Kopfhaut besser durchblutet und die Haarwurzeln wieder an Energie gewinnen.

2) Das perfekte Styling bei dünnem Haar

Die Haare wild trocken rubbeln, auf der heißesten Stufe föhnen und dann noch mit Glätteisen oder Lockenstab ran? Was gesundem Haar nicht guttut, sollte bei empfindlichen, feinen Strähnen erst recht vermieden werden.

Lieber das Haar, wenn möglich, an der Luft trocknen lassen oder die Hitze beim Föhn auf eine niedrigere Stufe stellen und nicht zu nah an die Kopfhaut kommen. Unser Tipp: Das Haar für mehr Fülle gegen die Wuchsrichtung föhnen und erst zum Schluss in die gewünschte Form bringen. Für besondere Anlässe lohnt sich zusätzlich das Styling mit dem Lockenstab oder Glätteisen, denn Wellen zaubern im Nu mehr Volumen. Ein Hitzeschutz-Spray ist dann jedoch Pflicht.

Styling-Produkte für mehr Volumen machen Sinn, doch auch hier gilt die Devise „Weniger ist mehr“, denn zu viel auf einmal kann das Haar überfordern. Und dann macht es erst recht schlapp.

3) Der perfekte Schnitt

Prinzipiell gilt: Je länger das Haar, desto schwieriger wird es, dünne Strähnchen zu kaschieren. Wer also schon immer einmal einen leicht verwuschelten Pixie à la Meg Ryan ausprobieren wollte, der sollte dies bei lichter werdendem Haar nun tun. Verschiedene Längen sorgen für mehr Fülle und je kürzer das Haar, desto weniger wird es von der Schwerkraft zusätzlich nach unten gezogen.

Wie praktisch, dass der Bob gerade angesagt ist, denn sehr feines Haar kommt auch bei diesem Klassiker voluminöser zur Geltung. Extravolumen können zusätzlich Strähnchen bewirken, da diese optisch mehr Struktur vortäuschen.

Keine Sorge: Auch langem Haar kann geholfen werden. Wer dünnes Haar besitzt, der sollte kesse Stufen bevorzugen. Aber Achtung, denn ein wilder Stufenschnitt wäre im Falle von dünnem Haar zu viel des Guten. Lieber eine kompakte Länge und eine leichte Stufung am Oberkopf wählen, damit die Haare nach unten hin nicht fransig wirken.

Maskenpflicht: Das lässt Augen strahlen

Die Visagistin Sabine Overbeck weiß, wie Augen gut zur Geltung kommen. Ihre Tipps finden Sie in der aktuellen Frau im Leben – die Ausgabe 3/21 können Sie hier nachbestellen.

4) Die richtige Ernährung

Nicht nur der perfekte Schnitt, sondern auch die Lebens- und Ernährungsweise spielt bei dünnem Haar eine entscheidende Rolle. Wer also davon ausgeht, dass die Wechseljahre Übeltäter des lichter werdenden Haares sind, der sollte viel Gemüse und Obst essen. Dies mag für die meisten keine Neuigkeit sein, aber gesund sind Brokkoli, Äpfel und Co. wie eh und je.

Die Finger sollten Sie hingegen von testosteronhaltiger Nahrung wie Steaks lassen. Greifen Sie lieber zu östrogenhaltigeren Speisen wie Hülsen- und Trockenfrüchten, Leinsamen, Hopfen und Soja oder verfeinern Sie Ihren Salat mit Kürbiskernöl.

Unser Tipp: Anstelle von Hormonhämmern lohnt sich zudem ein Blick in die Kräuterküche, denn auch viele Heilpflanzen können Beschwerden wie Haarausfall, Schweißausbrüche und Stimmungsschwankungen in den Wechseljahren lindern.

Pflege-Tipps für graues Haar

Stars wie Sharon Stone, Helen Mirren oder Birgit Schrowange zeigen ihre grauen Haare stolz auf dem rotem Teppich. Damit auch Ihre Frisur so glänzt, haben wir in Ausgabe 9/2020 die besten Pflege-Tipps für Sie zusammengestellt – hier das Heft nachbestellen: einzelhefte@bayard-media.de.