Die Regieriungskoalition hat die Grundrente beschlossen, die vor allem Geringverdiener im Alter finanziell besser absichern soll. Nun hat das Bundeskabinett den Gesetzentwurf von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) gebilligt (Stand: 20.04.2020).

Wer bekommt Grundrente?

Menschen, die im Laufe Ihres Lebens auf mindestens 33 Beitragsjahre kommen (für 33 oder 34 Beitragsjahre wird ein geringerer Rentenzuschlag gezahlt) und dabei mindestens 30 % des Durchschnittseinkommens verdient haben. Für diese 33 Jahre zählen Arbeit in Voll- oder Teilzeit, Kindererziehung und Pflege. Für die Berechnung der Grundrente wird nun der Rentenanspruch verdoppelt, allerdings auf maximal 80 % der durchschnittlichen Leistungen und für höchstens 35 Erwerbsjahre.

Welche Einkommensgrenzen gelten?

Eine Bedürftigkeitsprüfung gibt es nicht. Allerdings wird auf das Einkommen (neben der eigentliche Rente etwa Leistungen aus einer privaten Altersvorsorge oder Mieteinnahmen) geschaut, Finanzamt und Rentenversicherung soll dafür automatisiert Daten austauschen.
Alleinstehende erhalten Grundrente, wenn ihr Einkommen (also Rente, Betriebsrenten, Mieteinnahmen, Zinsen, etc.) monatlich unter 1.250 Euro liegt, Paare dürfen gemeinsam im Monat bis zu 1.950 Euro verdienen, um Grundrente zu bekommen. Alle Einnahmen, die knapp darüber liegen, werden mit 60 % auf die Grundrente angerechnet, Einkommen über 1.600 Euro (Alleinstehende) bzw. 2.300 Euro (Paare) werden vollständig abgezogen.

Das Beispiel

Eine Friseurin, die 40 Jahre voll gearbeitet und dabei nur 40 % des Durchschnittslohns verdient hat, erhöht ihren Rentenanspruch von bisher 529 Euro auf 934 Euro, da sie zusätzliche eine Grundrente von 405 Euro erhält.
Quelle: tagesschau.de

Muss ich die Grundrente beantragen?

Nein, ein Antrag muss nicht gestellt werden, die Prüfung auf Anspruch erfolgt automatisch. Ausgezahlt wird die Grundrente von der Rentenversicherung.

Die neue Grundrente soll ab 1. Januar 2021 ausgezahlt werden. Sollte sich die Auszahlung verzögern, wird der Zuschlag nachgezahlt.