Aufgrund der stark gestiegenen Zahl der Coronoa-Neuinfektionen in Deutschland und ganz Europa raten Bundesregierung, Mediziner und Behörden wie das Robert-Koch-Institut (RKI) von nicht notwendigen Reisen grundsätzlich ab. Und beinahe täglich werden vom Auswärtigen Amt in Zusammenarbeit mit dem RKI neue Einreise-Bestimmungen und Reisewarnungen erlassen. Den Link zur täglich aktualisierten RKI-Liste mit allen Risikogebieten finden Sie unten.

Österreich, Frankreich, Spanien: Diese Regeln gelten (Stand: 17.10.2020)

Das Auswärtige Amt bewertet die Sicherheitslage weltweit und gibt gegebenenfalls Teilreise- und Reisewarnungen für von Krisen betroffene Länder heraus. Dies bedeutet in der Regel, dass Rückkehrer sich auf das Corona-Virus testen lassen müssen und bis zu einem negativen Ergebnis in Quarantäne sind. Die gute Nachricht: Durch eine Reisewarnung wird Reisenden eine kostenlose Stornierung ihres Urlaubs ermöglicht.

  • Wegen der gestiegenen Infektionszahlen (mehr als 50 Fälle pro 100.000 Einwohner im Sieben-Tage-Durchschnitt) sind aktuell Spanien (mit den Kanarischen Inseln), Tschechien und Luxemburg komplett zu Risikogebieten erkärt worden. Damit gilt eine Reisewarnung.
  • In Österreich sind momentan die Bundesländer Tirol (mit Ausnahme der Gemeinde Jungholz, seit 2. Oktober) und Vorarlberg als Risikogebiet ausgeweisen. Für die Haupstadt Wien gilt das bereits seit dem 16. September 2020.
  • Auch für Genf (Schweiz), Budapest (Ungarn) und den Großraum Lissabon (Portugal) gilt momentan eine Reisewarnungen.
  • Ganz Frankreich ist wieder zum Risikogebiet erklärt worden. Ebenso die kompletten Niederlande.
  • In Dänemark ist die Region um Kopenhagen betroffen, dazu zählt die Ferieninsel Bornholm.

Für die beliebten Küstenprovinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla in der Türkei hat das Auswärtige Amt die Reisewarnungen am 4. August 2020 aufgehoben. Türkei-Rückkehrer müssen aber einen maximal 48 Stunden alten, negativen Corona-Test vorweisen: „Die Kosten von umgerechnet 15 Euro in einem zertifizierten Labor bzw. 30 Euro am Flughafen müssen die Reisenden selbst tragen. Positiv Getestete müssen sich in der Türkei in Quarantäne bzw. in ärztliche Behandlung begeben“, so das Auswärtige Amt auf seiner Seite „Reise und Sicherheit“. Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Türkei wird weiterhin gewarnt, es besteht die Pflicht zur Quarantäne nach der Rückreise.

Informieren Sie sich immer über die aktuellsten Beschränkungen im jeweiligen Reiseland.
Auf der Webseite des Auswärtigen Amtes finden Sie Infos zu Reisewarnung und aktuellen Bestimmungen für die Ein- und Ausreise in Länder weltweit.

Beherbergungsverbot für Reisende aus Risikogebieten

Deutsche Urlauber, die in einem Risikogebiet zu Hause sind, sollen nur mit einem negativen Corona-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist, in Hotels oder Pensionen übernachten dürfen. Für alle anderen gilt ein Beherbergungsverbot. Dafür haben sich die Bundesländer mehrheitlich ausgesprochen. Allerdings läuft diese Verordnung etwa Bayern am heutigen Freitag, 17. Oktober, bereits wieder aus. Auch Bremen, Thüringen, das Saarland und Sachsen nicht von dem Verbot Gebrauch machen. In Nordrhein-Westfalen ist ein Beherbergungsverbot schon seit Juli in der Corona-Schutzverordnung vorgesehen, entsprechende Maßnahmen werden aber bisher nicht ergriffen. In Niedersachsen wurde das Beherbergungsverbot aktuell vom Oberverwaltungsericht für unzulässig erklärt, in Schleswig-Holstein dagegen per Gericht bestätigt. Die Richter dort befürchten ansonsten eine unkontrollierte Einreise von Touristen aus Corona-Hotspots. Und auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig verteidigte das Übernachtungsverbot für Urlaubern aus Risikogebieten. Man wolle das bisher Erreichte nicht leichtfertig aufs Spiel, so Schwesig mit Verweis auf die niederigen Infektionszahlen in ihrem Bundesland.
Das Übernachtungsverbot gilt dort, wo es angewendet wird, nur für touristische Reisen und nicht für berufliche oder familiäre Aufenthalte.

Nach dem Urlaub in Quarantäne? Für diese Länder gilt das

Laut Bundesinnenministerium „besteht eine 14-tägige Quarantänepflicht (…) für Personen, die aus einem Risikogebiet in die Bundesrepublik Deutschland einreisen.“ Da sich die Lage in einem Urlaubsland aber auch innerhalb von 14 Tagen entsprechend ändern kann, erfahren Sie von einer Quarantäne-Pflicht eventuell auch erst bei der Rückkehr.

Das Robert-Koch-Institut hat eine Liste mit Ländern veröffentlicht, die als Risikogebiet gelten und für die eine Quarantäne-Pflicht nach der Rückreise besteht – hier klicken. Die Liste wird ständig aktualisiert und an die Zahl der Neuinfektionen vor Ort angepasst.

(Pflicht-)Test nach der Rückkehr

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat darüber hinaus „eine Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten“ angeordnet, die seit Montag, 3. August 2020, gilt. Die Tests werden am Flughafen, großen Bahnhöfen oder an Autobahnraststätten durchgeführt und sind bis 72 Stunden nach der Einreise kostenlos. Bis zu einem negativen Testergebnis müssen sich Reiserückkehrer in Quarantäne begeben.
Achtung, auch bei einem negativen Testergebnis gilt laut Bundesgesundheitsministerium: „Treten innerhalb von 14 Tagen nach Einreise aus einem Risikogebiet typische COVID-19-Symptome (Atemnot, neu auftretender Husten, Fieber oder Geruchs- oder Geschmacksverlust) auf, muss umgehend das zuständige Gesundheitsamt informiert werden.“

Die Möglichkeit, dass sich Reisende, die aus einem Nicht-Risikogebiet zurückkehren, kostenlos auf das Coronavirus testen lassen können, besteht seit 15. September 2020 nicht mehr.
 
Auf der zweiten Seite lesen Sie, was jetzt bei der Urlaubsplanung möglich ist und welche Kosten eine Reiserücktrittsversicherung übernimmt und welche nicht.