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Coronavirus: Welche Regeln gelten in welchem Urlaubsland?

Wie ist die Lage in den Urlaubsländern aktuell? Für welche Gebiete gilt eine Quarantäne-Pflicht nach der Rückkehr? Hier alle aktuellen Infos zum Reisen in der Pandemie.

©shutterstock.com/ ImYanis
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Viele Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes wurden zum 15. Juni 2020 aufgehoben. Und die Einreise von Touristen ist in vielen Ländern wieder erlaubt, Hotels und Campingplätze haben geöffnet und empfangen Ihre Sommergäste. Aber macht es Sinn, jetzt eine Reise oder einen Flug zu buchen/ zu unternehmen? Schließlich gibt es täglich neue Regelungen und Reisewarnungen wie seit dem 11. August für einige spanische Gebiete, da dort die durchschnittliche Neuinfiziertenzahl erneut hoch war. Für Schweden wurde die Reisewarnung dagegen am 14. Juli 2020 aufgehoben. Auch die Einreise nach Norwegen ist seit dem 15. Juli wieder ohne weitere Beschränkungen möglich. (Stand: 16.07.2020)

Türkei, Ägypten, Spanien: Diese Regeln gelten (Stand: 12.08.2020)

Das Auswärtige Amt bewertet die Sicherheitslage weltweit und gibt gegebenenfalls Teilreise- und Reisewarnungen für von Krisen betroffene Länder heraus. Aktuell bestehen noch bis voraussichtlich 31. August (teilweise) Reisewarnungen für beliebte Reiseziele wie Ägypten, Türkei oder Spanien.

Für die beliebten Küstenprovinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla in der Türkei hat das Auswärtige Amt die Reisewarnungen am 4.08.2020 aufgehoben. Türkei-Rückkehrer müssen aber einen maximal 48 Stunden alten, negativen Corona-Test vorweisen: „Die Kosten von umgerechnet 15 Euro in einem zertifizierten Labor bzw. 30 Euro am Flughafen müssen die Reisenden selbst tragen. Positiv Getestete müssen sich in der Türkei in Quarantäne bzw. in ärztliche Behandlung begeben“, so das Auswärtige Amt auf seiner Seite „Reise und Sicherheit“. Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Türkei wird weiterhin gewarnt.

Informieren Sie sich immer über die aktuellsten Beschränkungen im jeweiligen Reiseland. Da die Fallzahlen in den meisten Ländern aktuell wieder steigen, werden viele Verordnungen wie die Maskenpflicht oder das Abstandsgebot wieder verschärft oder manche Regionen sind nicht für Touristen zugänglich. In Spanien gilt etwa seit dem 13. Juli eine landesweite „Pflicht zum Tragen einer Mund- und Nasenbedeckung an allen öffentlichen Orten innerhalb und außerhalb geschlossener Räume, an denen ein Sicherheitsabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln.“ (Stand: 13.07.2020)

Aufgrund erneut hoher Infektionszahlen warnt das Auswärtige Amt seit 11.8. außerdem explizit vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Autonomen Gemeinschaften Aragón, Baskenland, Katalonien, Madrid und Navarra.

Auf der Webseite des Auswärtigen Amtes finden Sie Infos zu Reisewarnung und aktuellen Bestimmungen für die Ein- und Ausreise in Länder weltweit.

Nach dem Urlaub in Quarantäne? Für diese Länder gilt das

Laut Bundesinnenministerium „besteht eine 14-tägige Quarantänepflicht (…) für Personen, die aus einem Risikogebiet in die Bundesrepublik Deutschland einreisen.“ Da sich die Lage in einem Urlaubsland aber auch innerhalb von 14 Tagen entsprechend ändern kann, erfahren Sie von einer Quarantäne-Pflicht eventuell auch erst bei der Rückkehr.

Das Robert-Koch-Institut hat eine Liste mit Ländern veröffentlicht, die als Risikogebiet gelten und für die eine Quarantäne-Pflicht nach der Rückreise besteht – hier klicken. Die Liste wird ständig aktualisiert und an die Zahl der Neuinfektionen vor Ort angepasst.

(Pflicht-)Test nach der Rückkehr

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat darüber hinaus „eine Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten“ angeordnet, die ab Montag, 3. August, gelten soll. Die Tests sollen noch am Flughafen durchgeführt werden.
Auch Reisende, die nicht aus einem Risikogebiet zurückkehren, können sich – kostenlos und freiwillig – auf das Coronavirus testen lassen. Das hat die Gesundheitsministerkonferenz am 24. Juli beschlossen. (Stand: 28.07.2020)

Hilft eine Reiserücktrittsversicherung, wenn ich in Quarantäne muss?

Nein, denn eine Quarantäne ist nicht als Grund für einen Reise-Abbruch definiert. Das hat nichts mit der aktuellen Corona-Pandemie zu tun. Die Muster-Versicherungsbedingungen des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft zu Reiseversicherungen schließen unter Punkt 3 ausdrücklich die Versicherungsleistung aus, wenn „zum Zeitpunkt der Buchung mit den Ereignissen zu rechnen war“. Und wer derzeit bucht, muss damit rechnen, dass es Quarantäne geben kann.

Es empfiehlt sich also vor einer Buchung mehr als sonst darauf zu achten, ob Flug, Hotelaufenthalt oder Pauschalreise kurzfristig und mit möglichst wenig finanziellem Verlust wieder abgesagt werden können. Je mehr Flexibilität, umso besser. Viele Veranstalter hoffen, dass das Geschäft bald wieder anspringt und kommen ihren Kunden mit kostenlosen Umbuchungs- oder Stornierungsoptionen entgegen. Auch in der Kreuzfahrt-Branche lockern Reedereien ihre Stornierungsbedingungen: Viele Reisen können bis wenige Tage vor Abfahrt kostenlos abgesagt werden.“ (Stand KW 15/2020)

Zahlt eine Reiserücktritt- oder Reiseabbruchversicherung, wenn ich an Corona erkranke?

Das hängt vom jeweiligen Versicherungsunternehmen ab. Aktuell gibt es Versicherer, die eine Covid-19-Erkrankung explizit als Grund für eine Kostenerstattung ausschließen. Andere Anbieter behandeln Covid-19 wie eine normale Erkrankung und zahlen, wenn ein ärztliches Attest vorliegt. Schauen Sie sich also die AGBs und Ausschlusskriterien der jeweiligen Versicherung ganz genau an (eine Übersicht finden Sie hier).

Jetzt für später buchen – macht das Sinn?

Was passiert, wenn ich jetzt eine Reise für Herbst buche? Habe ich trotz der aktuellen Situation dann Anspruch auf kostenloses Umbuchen oder Stornieren, sollte die Reise wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden? Das haben wir Julia Zeller, Referentin Verbraucherrecht der Verbraucherzentrale Bayern e.V., gefragt. Hier Ihre Antwort:

„Entscheidend wird hier sein, ob zum Zeitpunkt der Buchung vorhersehbar war, dass ggf. im Reisezeitpunkt Ereignisse auftreten können, welche zu einem kostenfreien Rücktritt der Pauschalreise rechtfertigen können. War zum Beispiel bei der Buchung bekannt, dass die amtliche Reisewarnung zum Reisezeitpunkt weiterhin besteht, hat der Reisende in der Regel keinen Anspruch auf eine kostenfreie Stornierung. Denn das Risiko war bekannt.
Da die Entwicklung der aktuellen Situation nicht abschätzbar ist, sollte sich jeder Verbraucher vor einer Buchung beim Reiseveranstalter, bei der Fluggesellschaft oder beim Ferienhausvermieter darüber informieren, was passiert, wenn aufgrund des Coronavirus, die geplante Reise nicht stattfinden kann.“

 

Letzte Version vom 12. August 2020

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