Eine unabhängige Informationsstelle, die IGel-Leistungen bewertet, ist der IGeL-Monitor. „Unsere Empfehlungen basieren auf evidenzbasierter Medizin“, erklärt Frau im Leben-Experte Christian Weymayr, promovierter Biologe und Projektleiter des IGeL-Monitors. „Das heißt: Wir schauen uns alle international verfügbaren und qualitativ hochwertigen Studien an und geben dann zusammen mit Medizinern, Fachgesellschaften und Wissenschaftlern ein Urteil über die Leistung ab.“

Ist Krebsvorsorge durch Ultraschall überflüssig?

Gynäkologische Praxen bieten ergänzend zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen Früherkennungsuntersuchungen per Ultraschall an – oft im Rahmen einer Krebsvor­sorge. Dabei werden die Eierstöcke und der Gebärmutterkörper meist zusammen untersucht. Die Leistungen müssen als individuelle Gesundheitsleistungen, kurz IGeL, von den Versicherten selbst bezahlt werden. Doch wie sinnvoll ist eine Ultraschall-Untersuchung zur Krebs-Früherkennung?

Die 30 – 70 Euro teure Untersuchung bewertet der IGeL-Monitor mit „negativ“. Zur reinen Früherkennung zum Beispiel von Eierstock-Krebs gilt der Ultraschall laut Studien als zu ungenau. Zudem haben selbst gefundene Karzinome häufig keine medizinische Bedeutung und beunruhigen Frauen nur grundlos.

In 99 von 100 Fällen löst der Ultraschall einen Fehl-Alarm aus.

Selbst die Fachgesellschaft der Frauenärzte rät daher davon ab.

Im November 2020 hat der IGeL-Monitor erstmals die Selbstzahlerleistung Ultraschall zur Früherkennung von Gebärmutterkörperkrebs bewertet, und zwar mit „tendenziell negativ“. Weltweit sind laut der Experten keine Studien auszumachen, die zeigen, dass die Untersuchung tatsächlich nützt. So erkrankte von 100 Frauen mit einem positiven Testergebnis weniger als eine tatsächlich an Gebärmutter-Krebs.
Wichtig: Besteht auch nur der geringste Verdacht auf Krebs, etwa durch familiäre Vorbelastung oder Blutungen, zahlen die Kassen den Ultraschall sowieso.

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