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Werden Frauen beim Arzt abgezockt?

Vor allem Gynäkologen bieten – oft mit dem Hinweis auf Krebs-Vorsorge– individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) an, die privat zu zahlen sind. Die meisten Untersuchungen sind jedoch nutzlos, sagen Experten.

©Syda Productions/shutterstock
©Syda Productions/shutterstock

Eine unabhängige Informationsstelle, die IGe-Leistungen bewertet, ist der IGeL-Monitor. „Unsere Empfehlungen basieren auf evidenzbasierter Medizin“, erklärt Frau im Leben-Experte Christian Weymayr, promovierter Biologe und Projektleiter des IGeL-Monitors. „Das heißt: Wir schauen uns alle international verfügbaren und qualitativ hochwertigen Studien an und geben dann zusammen mit Medizinern und Wissenschaftlern ein Urteil über die Leistung ab.“

Der Ultraschall – überflüssig?

Der Ultraschall der Eierstöcke ist eine der häufigsten in Anspruch genommenen Leistungen beim Frauenarzt. Gynäkologen drängen darauf oft bei:

  • Verdacht auf Krebs der Eierstöcke, Eileiter oder Gebärmutter
  • Schmerzen im Unterleib
  • Blutungsstörungen
  • Blasenschwäche
  • Tumor-Nachsorge

Diese 30-70 Euro teure Untersuchung bewertet der IGeL-Monitor jedoch mit „negativ“. Zur reinen Früherkennung zum Beispiel von Eierstock-Krebs gilt der Ultraschall laut Studien als zu ungenau. Zudem haben selbst gefundene Karzinome häufig keine medizinische Bedeutung und beunruhigen Frauen nur grundlos.

In 99 von 100 Fällen löst der Ultraschall einen Fehl-Alarm aus.

Selbst die Fachgesellschaft der Frauenärzte rät daher davon ab.

Wichtig: Besteht auch nur der geringste Verdacht auf Krebs, etwa durch familiäre Vorbelastung, zahlen die Kassen den Ultraschall sowieso.

Wann eine Zweitmeinung angefordert werden sollte, welche IGe-Leistungen sinnvoll sind, und wie der IGeL-Monitor die fünf anderen am häufigsten nachgefragten Untersuchungen beim Frauenarzt bewertet, lesen Sie in der Ausgabe 10/2019.

 

Letzte Version vom 30. August 2019

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