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Säure-Basen-Haushalt: Kann der Körper übersäuern?

Wer zu viel Fleisch, Brot und Fertiggerichte isst, tut seiner Gesundheit nichts Gutes. Im Gegenteil. Mögliche Folgen sind Schlafprobleme, Gelenkschmerzen und Erschöpfung.

kudla/ ©shutterstock
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Welche Nahrungsmittel Energie geben und fit halten

Das weiß der Hamburger Ernährungsmediziner und Diabetologe Dr. Matthias Riedl (und bekannt als Internist in Hamburg sowie Experte bei den NDR Ernährungs-Docs):

Herr Dr. Riedl, was hat es mit dem Säure-Basen-Haushalt auf sich, über den man viel hört bzw. liest, über den aber kaum jemand Bescheid weiß?

Riedl: Ganz allgemein gesprochen: Der menschliche Organismus besteht zum größten Teil aus Flüssigkeiten mit verschiedenen pH-Werten, die jeweils eine bestimmte Funktion erfüllen. Im Magen etwa hilft Säure dabei, Nahrung zu verdauen und schädliche Bakterien abzutöten. Ebenso besitzt unsere Haut einen Säureschutzmantel, der vor Krankheitserregern schützt. Unser Organismus ist also permanent damit beschäftigt, saure und basische Flüssigkeiten im Gleichgewicht zu halten.

Wie funktioniert das?

Riedl: Indem der Körper Säuren mithilfe von Basen neutralisiert. Nur so kann er den pH-Wertes des Blutes im basischen Bereich von etwa 7,4 halten. Wir Mediziner nennen das die Puffer-Kapazität des Körpers.

Lässt sich der Säure-Gehalt, zum Beispiel im Blut, messen?

Riedl: Das geht, verlangt aber eine spezielle Blut-Untersuchung. Bei Patienten auf der Intensiv-Station ist das Standart, weil der Körper das Säure-Basen-Gleichgewicht meist nicht mehr selber einstellen kann. Test-Streifen aus der Apotheke sind eher nicht zu empfehlen, da sie keine klare Aussage über den Säure-Basen-Haushalt geben.

Welchen Einfluss hat die Ernährung auf den Säure-Basen-Haushalt?

Riedl: Einen sehr großen. Doch erst einmal sollte man wissen: Der pH-Wert der Nahrung selbst sagt nichts über ihre säure- oder basenbildenden Eigenschaften aus. Saure Zitrusfrüchte zum Beispiel werden basisch verstoffwechselt, Eiweiß in Milchprodukten dagegen sauer. Diese Prozesse passieren über Magen, Leber, Lunge und Niere. Wichtig aber ist: Wer zu viele säurebildende Lebensmittel isst und das auf lange Sicht, riskiert, zu übersäuern. Besonders, wenn basenbildende Nahrung, wie Gemüse, Pilze und Nüsse, zu kurz kommt. Dann wird überall im Körper die sogenannte stille Entzündung gefördert, die unsere Alterung der Organe begünstigt.

Wie viele basische Lebensmittel man am Tag essen sollte, lesen Sie in der März-Ausgabe 2019.

An diesen Symptomen lässt sich erkennen, ob der Körper übersäuert ist:

  • Immunsystem: Häufige Infekte können Folge einer Übersäuerung sein, bei der das körpereigene Abwehrsystem geschwächt wird und der Körper anfälliger für Krankheiten ist.
  • Schlaf: Der Körper zieht bei zu viel Säure Calcium aus Knochen und Muskeln, dadurch kommt es zu innerer Unruhe und Probleme mit der Nachtruhe.
  • Muskeln: Ein Übersäuern hemmt die Nährstoffaufnahme aus dem Blut in die Muskulatur, die Folge: schmerzende Gliedmaßen.
  • Zähne: Ein niedriger pH-Wert im Mund aufgrund von zu viel Säure im Körper führt meist zu einer Entmineralisierung des Zahnschmelzes – Vorboten von Karies.

 

Letzte Version vom 8. Februar 2019

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