Seit Ende April 2020 ist aufgrund der Corona-Pandemie das Tragen von Mund-Nasen-Masken in Deutschland Pflicht. Doch ist die verbrauchte Luft, die man dabei einatmet, eventuell gesundheitsschädlich? Muss die Nase wirklich bedeckt werden? Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) klärt auf.

Experten-Interview: Ist es schädlich, immer wieder verbrauchte Luft durch die Maske einzuatmen?

Was tun, wenn eine neu gekaufte Maske komisch riecht?
UPD: „Sogenannte Alltagsmasken gibt es in unterschiedlichen Varianten, meistens bestehen sie aus Stoff. Textilien können eine Vielzahl chemischer Substanzen enthalten. Diese Masken sollten daher gegebenenfalls vor dem ersten Tragen gewaschen werden. Medizinische Gesichtsmasken (Operationsmasken) und sogenannte FFP-Masken sind Medizinprodukt bzw. Schutzausrüstung. Sie unterliegen einer Testung und Zertifizierung. Ob und wie diese Masken gewaschen werden können und was vor dem ersten Tragen zu beachten ist, steht in der Regel in den Herstellerinformationen.“

Wie oft sollte ich die Maske waschen?
UPD: „Alltagsmasken sollten nach jeder Nutzung idealerweise bei 95 Grad, mindestens aber bei 60 Grad gewaschen und anschließend vollständig getrocknet werden. Diese und andere Hinweise zum richtigen Umgang mit der Gesichtsmaske finden Sie im Merkblatt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.“

Ist es gesundheitsschädlich, wenn durch die Maske verbrauchte Luft immer wieder eingeatmet wird?
UPD: „Je nach Beschaffenheit und Sitz der Maske ist es möglich, dass mehr verbrauchte Luft eingeatmet wird. Eine einfache Alltagsmaske aus Stoff verändert jedoch die Zusammensetzung der Luft nicht relevant, denn sie schließt nicht dicht ab und alle Bestandteile der Luft können die Maske passieren. Bei sachgerechter Anwendung und regelmäßiger Reinigung ist auch nicht von einem Infektionsrisiko durch die Maske auszugehen. Richtig ist allerdings, dass Masken den Atemwiderstand erhöhen und das Atmen anstrengender machen können. Das kann bei Menschen mit entsprechenden Vorerkrankungen Probleme bereiten. Auch Hautreizungen oder psychische Belastungen durch Masken sind möglich. Das Gerücht, dass das Tragen von Masken so schädlich ist wie Rauchen, ist hingegen nicht haltbar. Tabakrauch enthält über 4.800 verschiedene Substanzen, viele davon sind giftig und krebserzeugend. Das ist bei Masken sicherlich nicht der Fall. Die Materialien professioneller Masken werden sogar auf Verträglichkeit geprüft. Stoffmasken können vor dem ersten Tragen gewaschen werden, um eventuelle Rückstände von Chemikalien auszuwaschen.“

Viele Menschen bedecken mit einer Maske nicht die Nase. Wieso ist das ein Problem?
UPD: „Die Maske muss richtig über Mund, Nase und Wangen platziert sein und an den Rändern möglichst eng anliegen. Das Corona-Virus kommt sowohl in der Lunge, als auch im Rachen- und Nasenraum von Infizierten vor. So können kleine virushaltige Flüssigkeitstropfen über Nase und Mund abgegeben werden.“

Auch tragen viele Menschen ihre Maske unter dem Kinn, wenn sie nicht in Gebrauch ist. Ist das gut?
UPD: „Wenn die Mund-Nasen-Bedeckung unterwegs um den Hals getragen oder an das Kinn gezogen wird, können Berührungen mit den Händen, der Haut oder Kleidungsstücken Viren von der Außenseite auf die Innenseite der Maske übertragen oder umgekehrt. Das kann zu einer weiteren Verbreitung der Viren führen. Beim Auf- und Abnehmen der Mund-Nasen-Bedeckung sollte man die seitlichen Laschen oder Schnüre der Maske greifen und die Maske ablegen, ohne die Innen- oder Außenflächen zu berühren. Vor dem Anlegen und nach dem Ablegen sollte man sich außerdem gründlich die Hände mit Seife waschen.“

Wo sollte ich die Maske aufbewahren, wenn ich unterwegs bin und sie aktuell nicht brauche?
UPD: „Am besten wird eine Alltagsmaske nach der Verwendung luftdicht (z. B. in einem Plastikbeutel) aufbewahrt oder schnellstmöglich gewaschen. Praktisch ist auch die Aufbewahrung in ebenfalls bei mindestens 60 °C waschbaren Stoffbeuteln.“