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So machen Sie überempfindliche Zähne stark

Kalt, heiß, süß, sauer – bei jedem Vierten reagieren die Zähne darauf schmerzhaft. Aber aus Angst werden die Beschwerden beim Zahnarzt verschwiegen. Dabei ist diese Sorge völlig unbegründet.

©shutterstock.com/ hedgehog94
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Ein Löffel Zitroneneis, ein Schluck heißer Kaffee – wenn etwas Heißes oder Kaltes an die Zähne kommt, schießt so manchem ein stechender Schmerz durch den Kiefer. Meist nur für einen kurzen Augenblick, dafür aber ziemlich heftig. Ein Besuch beim Zahnarzt bringt rasch Klarheit: Die Ursache sind überempfindliche Zähne, weil die Zahnhälse frei liegen.

In Deutschland hat etwa jeder vierte Erwachsene überempfindliche Zähne, ergeben Studien. Als Gründe kommen auch eine defekte Füllung, entzündete Nerven oder unsachgemäß aufgehellte Zähne infrage. Aber der mit Abstand häufigste Auslöser sind frei liegende Zahnhälse. Dabei hat sich das Zahnfleisch durch eine Parodontitis zurückgebildet.

Oft die falsche Technik

In vielen Fällen liegt es aber auch an der falschen Putztechnik. Ein häufiger Fehler: die Zähne werden mit viel zu viel Druck geputzt. Die Folge ist, dass die sehr dünne und schützende Schmelzschicht am Übergang von Zahn zu Zahnfleisch regelrecht abgeschrubbt und das darunter liegende Dentin freigelegt wird.

Dentin, wird auch Zahnbein genannt, ist von unzähligen feinen Kanälen durchzogen. Über eine Gewebeflüssigkeit in diesen Mikrokanälen werden Reize wie heiß und kalt, süß und sauer an den innen liegenden Nerv weitergeleitet – der stechende oder ziehende Schmerz entsteht.

Was kann man tun? Oft reicht es schon, eine Zahncreme für sensible Zähne zu benutzen. Zusätzlich sollte man einmal wöchentlich ein hochdosiertes Fluoridgel benutzen, um den Zahnschmelz und das Dentin zu härten.

So hilft der Zahnarzt

Auch eine elektrische Zahnbürste kann bei überempfindlichen Zähnen helfen. Die piepst, sobald man zu fest auf die Zähne drückt. Wer lieber mit einer normalen Bürste putzen möchte, sollte eine weiche wählen und die Zahnfläche vorsichtig sauber rütteln. Nach drei oder vier Wochen lässt die Empfindlichkeit des Zahnhalses oft nach, der Zahn ist wieder gesund.

Sind die Zahnhälse jedoch stärker angegriffen, ist es mit weicher Zahnbürste und sanftem Putzen nicht getan. Zahnärzte gehen dann so vor:

  • In einem ersten Schritt wird der Zahnhals vorsichtig gereinigt.
  • Anschließend versiegelt man den frei liegenden Zahnhals mit einem speziellen Lack. So kann der Kälte- oder Wärmereiz nicht mehr an die Zahnnerven weitergeleitet werden.
  • Dieser Lack wird, wenn nötig, nach ein paar Monaten erneut aufgetragen.

 

Letzte Version vom 9. Juli 2020

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