Ein nasser Badeanzug und heiße Temperaturen steigern im Sommer das Risiko für Infektionen im Intimbereich. Doch Gynäkologen wissen: Wer auf ein paar Dinge achtet, kann sich schützen.

Unterwäsche aus Synthetik

Materialien wie Nylon und Polyester begünstigen nicht nur, dass sich Wärme und Feuchtigkeit stauen, sondern auch, dass die Haut aufscheuert. Dagegen hilft: Unterwäsche aus Naturfasern, etwa (z. B. Baumwolle) tragen. Das Material ist besonders saugfähig, gleichzeitig atmungsaktiv und kann hygienisch bei 60 Grad gewaschen werden.

Vermieden werden sollten sehr enge Slips, die können die Schleimhäute wund reiben, krankheitserregende Bakterien haben so leichtes Spiel“, erklärt Prof. Werner Mendling, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe aus Wuppertal. Bei String-Tangas besteht die Gefahr, dass Bakterien aus dem Anal-Bereich in die Vagina gerieben werden.

Starkes Schwitzen

Außer in den Achseln und am Rücken sitzen die meisten Schweißdrüsen im Intimbereich. Stauen sich dort Wärme und Feuchtigkeit – etwa durch sehr enge Hosen oder synthetische Unterwäsche – können sich besonders Pilze gut vermehren.
Prof. Mendling rät deshalb: „Beim Sitzen nicht zu lange die Beine übereinanderschlagen, das verstärkt nur die Schweißproduktion.

Gechlortes Wasser

Milchsäure-Bakterien tummeln sich in jeder gesunden Scheide – sie schützen vor Infektionen. Doch gechlortes Wasser zerstört dieses empfindliche Gleichgewicht, indem es die Haut austrocknet. Besonders Pilze und schädliche Bakterien können sich so gut ausbreiten.

Gynäkologe Mendling rät deshalb jeder Frau, die im Sommer gerne ins Schwimmbad geht: „Eine fettende, wasser­abweisende Salbe, z. B. Vaseline, schützt während des Badens im gechlorten Wasser vor krank machenden Eindringlingen. Sie bildet eine Schutzschicht auf der Haut, durch die weniger Chlor an die empfindlichen Schleimhäute der Scheide gelangen kann.“

Und nach dem Baden gilt: den Intimbereich kurz mit Leitungswasser auswaschen. Der Münchner Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, Maximilian Franz, hat noch einen wichtigen Hinweis: „Zum Schutz vor Infektionen beim Baden keinen Tampon tragen, der Faden am Tampon zieht Bakterien oder Pilze erst in die Scheide hinein.“

Nasser Badeanzug

Die feucht-warme Umgebung eines nassen Badeanzugs ist für Pilzsporen perfekt, um sich zu vermehren, weiß Facharzt Franz. Jede Frau sollte daher nach dem Schwimmen die nassen Sachen zügig ausziehen. Auch, um einer Unterkühlung vorzubeugen, die zu einer Blasenentzündung führen kann.

 

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