Spazieren gehen ist gesund, aber es verändert auch unsere Sicht auf die Welt. Wir drehen mit dem Promenadologen Martin Schmitz eine Runde in Berlin.

Wir spazieren wie die Weltmeister, flanieren, bummeln, treffen Freunde beim Gehen, weil vieles andere gerade nicht möglich ist. Das nervt ein bisschen — klar. Trotzdem: Absichtsloses Herumschlendern tut gut, macht kreativ und verändert den Blick auf die Welt. Drei Fragen an Prof. Martin Halle, Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Sportmedizin an der TU München.

Deshalb ist der Spaziergang gesund

Wer regelmäßige Runden dreht, entkommt dem Herbst-Blues, regt den Kreislauf an und stärkt die Lunge, sagt der Sportmediziner Prof. Martin Halle.

Was genau passiert im Körper, wenn wir durch den Park schlendern?

HALLE: Wer sich bewegt, bleibt beweglich. Wir aktivieren die Muskeln und den Stoffwechsel. Der Energieverbrauch steigt, die Blutzuckerwerte
sinken, damit beugen wir Übergewicht und Diabetes vor. Durch die Bewegung werden Botenstoffe im Körper aktiviert, die mit den Organen kommunizieren. So entleeren sich zum Beispiel die Fettspeicher der Leber. Weil das Herz in Aktion schneller schlägt, fließt auch das Blut schneller, Gefäße werden besser durchblutet und bleiben elastischer. Das gilt auch für das Gehirn. Nicht zuletzt: Wenn wir draußen flott gehen, wird die Lunge besser belüftet und stark gemacht, weil wir tiefer atmen.

Das alles passiert bei einem harmlosen Spaziergang?

HALLE: Im Prinzip schon. Wer regelmäßig mindestens zehn Minuten spazieren geht, spürt nach sechs bis acht Wochen einen Effekt. Weil sich der Stoffwechsel verbessert, sinkt das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 20 Prozent.

Was heißt regelmäßig?

HALLE: 150 bis 300 Minuten moderate Bewegung, über die Woche verteilt, wären prima. Das sind rund 20 bis 40 Minuten pro Tag. Trotzdem: Bevor
man sich von zu hohen Zielen abschrecken lässt, rate ich lieber, einfach anzufangen: Der Spaß, auch am sportlicheren Walken, kommt beim Gehen. Gerade in Zeiten, in denen Sport-Vereine und Fitness-Studios geschlossen haben.

Prof. Martin Halle ist Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Sportmedizin an der TU Müchen

Reinhold Messner im Interview

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