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Ratgeber Alternative Heilmethoden

Alternative Hilfen bei Heuschnupfen

Juckende Augen, laufende Nase: Jeder Dritte in Deutschland hat eine Allergie, meist in Form eines Heuschnupfens. Neben cortisonhaltigen Medikamenten gibt es auch natürliche Heilmittel, die helfen.

©shutterstock.com/ Dragana Gordic
©shutterstock.com/ Dragana Gordic

Seit den 90er-Jahren hat sich hierzulande die Zahl der Allergiker nahezu verdoppelt: Fast jeder dritte Bundesbürger reagiert auf Hausstaubmilben, Tierhaare, Schimmelpilzsporen – oder eben Pollen. Kaum zeigen sich die ersten Blütenzäpfchen an den Erlen, kribbelt und juckt es vielen Leuten in der Nase: die Heuschnupfen-Saison beginnt.

Die häufigste allergische Erkrankung der Atemwege trifft rund 15 Prozent der Erwachsenen im Laufe ihres Lebens, davon mehr Frauen (16,5 Prozent) als Männer (13 Prozent).

Besonders auffällig laut der KKH Kaufmännische Krankenkasse: Dank des Klimawandels beginnt die Pollensaison immer früher, die Pollen werden immer aggressiver, und die Zahl der Heuschnupfengeplagten steigt an – vor allem bei den Erwachsenen ab mittlerem Alter.

Ein weiterer Grund ist die Luftverschmutzung, denn in Bundesländern mit Ballungsgebieten wie Nordrhein-Westfalen und Hessen ist der Anteil der Heuschnupfengeplagten höher als in Bundesländern mit vorwiegend ländlichen Gebieten wie Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen.

Sole – Die sanfte Lösung

Eine sanfte Lösung? Sole! Im Kurgarten des bayerischen Ortes Bad Reichenhall etwa steht ein imposantes, 160 Meter langes Gradierhaus, dessen Wände feucht schimmern von der Alpen-Sole, die aus der Tiefe nach oben gepumpt und mit Wasser vermischt wird. Aus 13 Metern Höhe plätschert die wässrige Salz-Lösung über Schwarzdorngestrüpp nach unten. So entsteht Aerosol, ein feiner Nebel aus Salz-Teilchen, das beim Atmen tief in die Bronchien gelangen kann.

Die Folge: Das Bronchialsekret verflüssigt sich und erleichtert damit das Abhusten. Besonders bei Heuschnupfen soll diese Form der Klima-Therapie wirksam sein. Diese Art der Allergie kann tatsächlich in jedem Lebensalter auftreten, selbst mit 75 Jahren.

Was viele nicht wissen:

Aus jedem dritten unbehandelten Heuschnupfen entsteht Asthma.

Daher sollte man bei Symptomen wie jährlich wiederkehrende juckende Augen und laufende Nase umgehend einen Arzt aufsuchen.

Höhlen-Therapie – Zum Durchatmen

Vielen Allergikern und Asthmatikern hilft auch eine sogenannte Speläo- oder Höhlen-Therapie. Die weitgehend staub-und pollenfreie Luft in einem Heilstollen soll zusammen mit der hohen Luftfeuchtigkeit und der dauerhaft niedrigen Temperatur schleimlösend und entzündungshemmend wirken. Insgesamt elf solcher Therapiezentren gibt es in Deutschland. Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen liegen darin täglich zwei Stunden lang, warm eingekuschelt in Schlafsäcke.

Zu jeder Jahreszeit herrschen im Stollen fünf Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 98 Prozent. Beim Einatmen wird die Luft auf 37 Grad Körpertemperatur aufgewärmt, dadurch sinkt die relative Luftfeuchtigkeit in den Atemwegen auf etwa 20 Prozent. Die trockene Umgebung entzieht Wasser aus dem Körpergewebe. Die Schleimhäute werden soweit entwässert, dass sie für den Luftstrom besser durchgängig werden. Im Rahmen einer freien Badekur übernimmt die Kasse sogar von Fall zu Fall die Kosten.

Wie eine weitere sanfte Klima-Therapie – mit Bienenstockluft – funktioniert und welche Orte eine besonders allergiefreundliche Umgebung bieten, lesen Sie in unserer Ausgabe 3/2020.

 

Letzte Version vom 27. Januar 2020

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